Bislie´s Geschichte

5 Wochen alt

Unsere Bislie wurde am 19.07.1994 ganz in unserer Nähe geboren. Damals gab es in Deutschland noch nicht viele Havaneser-Züchter. Von daher war es wirklich Glück oder vielleicht auch Bestimmung, dass sie nur 10 Autominuten von uns entfernt zur Welt kam. Sie war 8 Tage alt, als wir sie zum ersten Mal sahen.

So winzig und so schwarz*, mit 4 weißen Söckchen, weißer Brust, dieser süßen, kleinen 'Milch-Schnute' und mit genau 8 weißen Haaren an ihrer Schwanzspitze. Zur ihrer 'Pflege-Mama' bauten wir ein freundschaftliches Verhältnis auf und so kam es, dass ich unser 'Baby' wöchentlich mindestens ein Mal besuchte.

 

*Die Farbe schwarz wurde 1994 in Deutschland noch nicht so gern gesehen.

September 1994

Mit 9 Wochen durfte sie dann endlich bei uns einziehen und sie blieb über 17 Jahre unsere treue Begleiterin.

Im ersten Jahr hat sie ziemlich viel angestellt, das Ein oder Andere auch kaputt gemacht. So musste z.B. unsere Türzarge dran glauben und auch das Telefonkabel wurde nicht nur einmal ausgewechselt. Sie fraß während unserer Abwesenheit ein komplettes Netz Zwiebeln oder plünderte aus Herrchens selbstgemachten Adventskalender die Schokoladentrüffel.

Doch die Krönung war, als sie in nur 2 Stunden unseren PVC-Fußboden im Flur zerstörte. Diesen Fußboden hatten wir für die Anfangsphase gelegt, als sie noch nicht stubenrein war. Nachdem ich ihr sagte wie furchtbar häßlich dieser Boden doch aussah, fand ich ihn bei meiner Rückkehr ordentlich gefaltet vor ;-)) 

Diese Aktion muss ihr verdammt viel Spaß gemacht haben und ich war eigentlich dankbar, denn wir bekamen endlich einen neuen Flurteppich!

Lieblingsposition: vorne tief und hinten hoch

Unsere Bislie war sehr gelehrig, wie alle Havi´s, und mit ihrem Charme wickelte sie jeden um ihre ´Kralle`. Sie war glücklich, wenn sie bei uns war und deshalb durfte sie uns fast überall hin begleiten. In ihrer ruhigen Art bemerkte man sie kaum, wenn sie z.B. im Restaurant unter dem Tisch lag. Sie wusste einfach immer wie man sich zu benehmen hatte. Und egal wo wir auftauchten, sie zog die Blicke der Leute auf sich. Wir wurden mehrfach angesprochen, was sie denn für eine Rasse sei.

Herbsturlaub 2005

Am Schönsten waren unsere gemeinsamen Herbsturlaube an der Nordsee. Bislie liebte es den Deich hoch und runter zu sausen, oder die fliegenden Lenkdrachen anzubellen.

Sie ließ sich gerne im Fahrradkorb chauffieren, oder flitzte kurze Strecken neben uns her. Dabei passte sie immer auf, dass kein Familienmitglied zu weit zurück blieb.

Unseren ersten gemeinsamen Sommerurlaub in Italien hingegen fand sie nicht wirklich gut. Die Wärme und der viele Sand, das war nichts für unsere Maus. Auch das Meer konnte sie nicht für sich gewinnen. Daher verbrachte sie die folgenden Sommerurlaube lieber bei Oma&Opa. Da war es schliesslich fast genauso schön wie zu Hause, und zusätzlich bekam sie noch die 100%ige Aufmerksamkeit meiner Eltern. (Nur wir haben die ersten Tage immer ein wenig unter dem Trennungsschmerz gelitten).

 

10 Jahre

So vergingen die Jahre, die Kinder wurden groß und wir und unsere Bislie wurden älter. Nach ihrem 10. Geburtstag fuhr ich mit ihr zum Tierarzt zum Impfen. Ich fragte unseren Doktor, was ich denn nun tun müsste, schliesslich hätte ich ja jetzt ein alten Hund. Er lachte nur und sagte:" Nichts, machen Sie alles wie bisher! Bloß keine Futterumstellung oder irgendwelche Zusatzpräperate. Viel Bewegung ist wichtig und ja nicht in Watte packen. Es ist alles in Ordnung."

Man sah ihr die 13 Jahre nicht an

2007- Also mit 13 Jahren bekam Bislie ihre Herztabletten verordnet. Nach einem Spaziergang, in dem sie plötzlich wie vom Hafer gestochen losrannte und nach Hause lief, fiel sie vor der Tür einfach um. Da hatte ich zum ersten Mal richtig Angst um unsere Maus. Zum Glück hatten, und haben wir noch, einen super Tierarzt.

Erst im nachhinein fiel uns auf, wie ruhig unsere Bislie doch geworden war, natürlich hatten wir das immer auf ihr Alter bezogen. Doch mit den neuen Herztabletten blühte sie wieder richtig auf und nahm noch aktiver am Leben teil.

15 Jahre

2009 nach unserem letzten Urlaub in Boltenhagen, Bislie war nun 15 Jahre, entschlossen wir, sie nicht mehr ohne Leine laufen zu lassen. Sie war jetzt komplett taub und hörte auch Herrchens Pfiff nicht mehr. Das hatte bisher immer noch ganz gut geklappt. Doch nachdem sie am Strand, das Ein oder Andere Mal, mit den falschen Leuten mitging, war zu Hause die Gefahr einfach zu groß, dass sie einfach mal den falschen Weg einschlug und auf die Straße lief. 

Silvester 2009

So eine Alterstaubheit kommt ja nicht von heut auf morgen, aber wie lange es bei Bislie bis zur endgültigen Taubheit dauerte, kann ich nicht genau sagen. Denn anfangs, wenn sie mal nicht reagierte, war es vielleicht auch öfter mal ´Alters-Sturheit`.

Einen Vorteil aber hatte ihre Taubheit, wir konnten erstmalig am 31.12.2009 mit unserem Hund Gassi gehen. Bislie hatte das entspannteste Silvester seit 15 Jahren :-)

Natürlich wurden die folgenden Jahre nicht einfacher, die Tierarztbesuche häuften sich. Tabletten gegen ihre Altersdemenz und gegen Arthrose kamen hinzu.  Alle 10 Tage zusätzlich Stoßwellentherapie. Nächtliches Aufstehen gehörte schon längst zur Tagesordnung. Die Treppe wurde gesperrt, denn hoch laufen ging zwar noch, aber runter machte Bislie große Schwierigkeiten.

Im Wohnzimmer wurde Teppich verlegt, damit sie nicht mehr so wegrutschte. Die Spaziergänge wurden kürzer und bei Kälte oder Nässe trug sie jetzt einen wärmenden Mantel. Und trotz allem möchten wir auch diese Jahre nicht missen. Sie schenkte uns so viel Liebe, wenn sie uns z.B. mit ihren alten, weisen Augen ansah. Oder wie sie sich freute, wenn sie aufwachte und merkte das wir längst schon wieder zu Hause waren. Sie nahm nach wie vor an unserem Leben teil. Sie suchte die von uns versteckten Leckerlis, bis sie auch das Letzte gefunden hatte.

Oder stand bettelnd vor uns, wenn wir einen Apfel aßen. (Sie bettelte nur bei Äpfeln!)

 

19.07.2011

Im April 2011 konnte Bislie morgens nicht aufstehen, sie fiel immer wieder zur Seite um und ihre Augen flackerten. Wir machten uns sofort auf den Weg zum Tierarzt. Ein schwerer Gang, denn wir dachten es wäre unser Letzter. Doch der Doc stellte ein Vestibularsymdrom fest (Störung des Gleichgewichtsorgans, das sich im Innenohr befindet) und machte uns Hoffnung, das wir sie wieder auf die Beine kriegen.

Am Nachmittag lief sie wieder durch unseren Garten. Sie war eine Kämpferin und ihre Zeit war noch nicht gekommen! Eine leichte Kopfschiefstellung war alles was sie davon zurückbehielt. Zu dieser Zeit bemerkten wir auch verstärkt, das sie schlechter sehen konnte. Auf Anraten unseres Tierarztes schafften wir uns im Sommer unseren Zweithund an. Bislie sollte die Möglichkeit bekommen sich an ihm zu orientieren, wenn sie ihr Augenlicht ganz verlor. Cooper liebte Bislie vom ersten Tag, doch es wäre nicht richtig zu sagen, dass sie ihn auch liebte. Sie tolerierte ihn und zeigte ihm auch schon mal die Zähne. Doch er versuchte alles um ihr zu gefallen. Wir passten sehr genau auf, dass es ihr nicht zuviel wurde und sie auch weiterhin ihre verdiente Ruhe bekam. Manchmal ließ sie ihn sogar mit auf ihre Decke, vielleicht war es ihr aber auch nur zu anstrengend ihn wegzuschicken. Ein Jahr früher hätte sie sicher noch richtig Spaß mit ihm gehabt.

 

Mitte November bemerkten wir, dass sich etwas veränderte. Bislie war anders als sonst, so unruhig und man hatte das Gefühl, sie nahm uns an manchen Tagen gar nicht mehr war. Ihre Augen waren so müde und sie fand trotzdem nicht in den Schlaf. Wir haben Stunden neben ihrem Körbchen gesessen und sie gekrault, damit sie zur Ruhe kam. Wenn wir sie ansahen, waren wir nur noch traurig. Wir wussten, dass es nun Zeit war sie gehen zu lassen. Ich führte das wohl schwerste Telefonat meines Lebens und bestellte unseren Tierarzt.

 

Am 07.12.2012 schlief unsere Bislie zu Hause auf ihrer Decke, in unseren Armen, ihren Lieblingskäse fressend, für immer ein...     

 

                      

                                                 

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